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Dabei soll das Medium Farbdialog so gründlich erlernt werden, dass es
als Ergänzung zur Tätigkeit der astrologisch-psychologischen Beratung
eingesetzt werden kann.
Die wesentliche Erweiterung besteht sowohl im Einsatz des FD in der Krisenintervention, als auch in der Möglichkeit einen
Klienten über einen längeren Zeitraum in seiner Entwicklung zu
begleiten und zu unterstützen.
Die Ausbildung ist über einen Zeitraum von drei Jahren geplant und schließt mit einem Zertifikat ab.
Die Geschichte ist weitgehend bekannt: Bruno Huber war auch begeisterter Maler,
nicht nur Therapeut und Astrologe.
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Während seiner Studienjahre bei Prof. Assagioli in Florenz hatte er einen
Künstler zum Patienten, der auch Maler war. Wie es manchmal gehen kann, blockierte dieser Pat. während
der Therapie, die Behandlung kam ins Stocken.
Eines Tages, in seiner Verzweiflung, kam Bruno auf die Idee: er ist Maler, ich
bin Maler - statt zu reden malen wir zusammen. Nach fast "durchgemalter Nacht"
war der Pat. wie verwandelt und auch fähig die verbale Blockade zu überwinden. Die Therapie konnte mit neuem Schwung weitergeführt werden.
Was war geschehen?
Normalerweise dominiert bei Menschen die bewusste und verbale Kommunikation.
Wir sprechen miteinander und müssen versuchen, was wir meinen in Worten
und Begriffen über unsere Sprache auszudrücken. Meist lässt
sich nur ein Teil dessen, was wir wirklich meinen oder gar fühlen so
transportieren.
Weshalb wir Menschen ja meist unsere Rede auch nonverbal begleiten, z.B.
über Mimik und Gestik, über die sog. Körpersprache. Insofern
ist etwa ein Gespräch am Telefon noch leichter missverständlich, da
die körpersprachliche Komponente fehlt, obwohl auch Stimmlage und
Stimmfärbung, neben der reinen verbalen Botschaft, ausdruckvoll sind.
Körpersprache ist aber etwas, was wir mindestens zum Teil
bewusst wahrnehmen und auch, jedenfalls teilweise, deuten können.
Ein Teil der körpersprachlichen Botschaft, die meist unbewusst gesendet
wird, wird auch unbewusst empfangen, da die mimisch-gestischen Abläufe
meist viel zu schnell und komplex sind um in vollem Umfang bewusst wahrgenommen
und verstanden zu werden.
Deshalb kann nach einem Gespräch ein Gefühlseindruck zurückbleiben,
der der verbalen Botschaft widerspricht. Oft lässt sich erst später
verstehen, dass dieser Gefühlseindruck sich aus der halbbewussten
körpersprachlichen Botschaft gebildet hat.
Beim
Farbdialog haben wir nun mit einer primär unbewussten Kommunikation
zu tun.
Beim spontanen Malen mit den griffigen Wachsmalkreiden, lasse ich mich über den
Farbeindruck, die leuchtende Farbe leiten. Oft entsteht erst während des
Malens der eigentliche Impuls, den ich dann auf dem Blatt umsetze. Z. B. setzt man
an um einen roten Fleck rechts unten zu malen, bekommt dann aber Lust noch mehr
Farbe aufzutragen, malt dann spontan noch eine lange dicke Linie nach links oben
über das Blatt.
Eigentlich war das nicht geplant. Und der nächste Maler fühlt sich spontan
provoziert und nimmt Schwarz und durchkreuzt die rote Line usw. Ähnlich der
Körpersprache geschieht das Malen meist so spontan und schnell, dass es im
wesentlichen ungeplant und ungesteuert abläuft.
Und selbst wenn man, nach einiger Kenntnis der Farb- und Form-Symbolik, denkt:
jetzt male ich diese Farbe in diesen Raum, weil es dies oder jenes bedeutet, stellt
sich meist, wenn man das fertige Bild deutet, heraus, dass sich noch ganz andere
Schichten von Bedeutung ergeben. Es ist schlicht nicht möglich die hochkomplexe
Bedeutung der Farb-, Form- und Raumsymbolik vorher zu bedenken - und es wäre
auch gar nicht sinnvoll. Am besten man nimmt spontan an der unbewussten
Kommunikation teil.
Die beteiligten Unbewussten bestimmen dann Inhalt und Bedeutung des Austausches.
Sieht man, wie heftig beim Gruppenfarbdialog manchmal gemalt wird, so weiß
man, dass intensive Bedeutungen ausgetauscht werden, kann leicht nachvollziehen,
dass ein wichtiger Dialog abläuft und die Beteiligten auch berührt und
verändert.
Dass man den Inhalt des Dialogs erst am fertigen Bild und noch besser an mehreren
fertigen Bildern in Serie tiefer erfassen kann - und auch dafür braucht man
Deutungskunst, wie beim Horoskop oder beim Traum - zeigt wie spontan und unbewusst
hier bedeutungsvolle Kommunikation abläuft.
Die verbale Kommunikation, die von Bewusstsein zu Bewusstsein verläuft, wird
hier durch eine zweite Ebene von Kommunikation ergänzt, die über den
Farbdialog von Unbewusst zu Unbewusst läuft. Beide Ebenen zusammen
bilden eine wesentlich ganzheitliche Kommunikation.
Nun können wir formulieren, was damals in Florenz passiert sein mag. Die bis
dahin schwerpunktmäßig verbale und bewusste Kommunikation zwischen Bruno
und seinem Pat. ist plötzlich ergänzt worden durch eine zweite Ebene, auf
der durch die Symbolik des Malens heftig Botschaften ausgetauscht und Lernprozesse
angestoßen wurden, umso mehr, als beide Beteiligten es gewöhnt waren,
sich in diesem Medium auszudrücken: mit Farbe auf Papier in der Sprache von
Farbe, Form und Raum.
Der Durchbruch, der auf dieser zweiten, tief im Unbewussten liegenden
Kommunikationsebene erfolgt ist, bahnt sich dann seinen Weg ins Vorbewusste und
Bewusste und veränderte auch dort die Fähigkeit und Bereitschaft offen zu
kommunizieren und zu lernen.
Bruno hat natürlich schnell erfasst, welche außerordentlichen
Möglichkeiten sich hier bieten, vor allem auf therapeutischem Gebiet.
Kann wirklich eine zweite Ebene der Kommunikation etabliert werden, die von
Unbewusst zu Unbewusst läuft und hier einen direkten Austausch ermöglicht,
so sind ganz neue Einwirkungen auf das Unbewusste des Menschen möglich.
Eine ganzheitliche Kommunikation im Dialog, besonders im therapeutischen, erfasst
die Menschen in intensiver Weise. In den folgenden Jahren hat Bruno intensiv an der
optimalen Technik für den FD geforscht.
Es gibt nämlich verschiedene Techniken und Medien des Malens: mit
Aquarellfarben, mit Wasserfarben, mit Ölfarben etc. Alle Techniken haben
Vor- und Nachteile. Obige Medien werden gerne in der herkömmlichen
Kunsttherapie benutzt. Sie lassen gute Ausdruckmöglichkeiten zu, vor allem
wenn man alleine malt.
Wenn aber ein schnelles Wechselspiel von Malen und Gegenmalen, also Erwidern,
möglich sein soll, braucht man Farben, die nicht erst angerührt werden
müssen und auch Farben, die nicht zu sehr decken, damit man nicht mit ein paar
leichten Pinselstrichen alles überdecken, übermalen kann, was der
Vorgänger gemalt hat.
Außerdem sollte das Medium schnell und einfach, auch während einer
therapeutischen Sitzung, verfügbar sein. Also: erst Leinwand aufspannen etc.
ist nicht drin.
Schließlich entstand die ausgereifte heutige Technik: Wachsmalkreiden, in
malgereche Stücke aufbereitet, glattes, steifes Papier, DinA4 für den
Zweier-Dialog, DinA0 für den Gruppendialog. Außerdem ein sich immer mehr
vertiefendes Wissen über die Symbolik von Farbe, Form und Raum im
Farbdialog
und der Bezug dieser Symbolik zur Astrologie.
Als ich 1972 spontan beschloss bei Bruno die
Farbdialog-Therapie zu lernen,
fand ich ihn noch in mancher Hinsicht beim Experimentieren vor.
Zu meiner speziellen Aufgabe wurde es in München langfristige
Farbdialog
-Gruppen zu leiten und Erfahrungen zu machen mit langen Bilderserien.
In zwei Gruppen gelang es über 100 Bilder in Serie zu malen. Es handelte sich
um langlaufende Selbsterfahrungsgruppen (über mehr als zwei Jahre, also
über mehr als 100 Sitzungen bei einer Gruppensitzung pro Woche).
Bei beiden Gruppen haben Bruno und ich, teilweise nahmen noch andere Beobachter
teil, alle gemalten Bilder systematisch im fortlaufenden Prozess gedeutet. Dies
führte oft zu ebenso spannenden wie dramatischen Deutungsprozessen bis tief in
die Nacht hinein. An die folgenden jeweils schlaflosen Nächte kann ich mich
noch gut erinnern.
Es folgten auch intensive Gespräche und ein Ringen um die besonderen Vor- und
Nachteile, des Einzel- und Gruppendialogs, der kurzen und der langen Prozesse, der
Krisenintervention mit dem
Farbdialog und der Begleitung einer langen
(karmischen) Entwicklung.
Schließlich, ich glaube es war Ende der Siebziger Jahre, stand der
Farbdialog auf einem guten, ausgereiften Fundament an Erfahrung.
Dies war auch die Zeit als der
Farbdialog in Achberg in die Ausbildungsseminare aufgenommen wurde, um den Schülern wenigstens einen ersten Eindruck von seinen Möglichkeiten und seiner Technik zu geben.
Möglichkeit 1:
Fangen wir beim Einfachsten und Selbstverständlichsten an.
Künstler, ob Maler, Musiker oder Schriftsteller, wussten schon immer: sich im
Rahmen der eigenen Kunst auszudrücken, erleichtert, schafft das, was schon die
alten Griechen Katharsis nannten (emotionale Erleichterung, aber auch emotionale
Veränderung) und löst im Unbewussten ganz offensichtlich Lernprozesse aus.
Bleiben wir bei den Malern: Sieht man das Werk eines großen Malers in der
Retrospektive, so erkennt man oft nur allzu deutlich die einzelnen
Entwicklungsphasen nicht nur des Werkes sondern auch der Persönlichkeit
gespiegelt. Man beachte z.B. die verschiedenen Epochen in Picassos Werk, die blaue
Periode, die rosa Periode etc.
Machen Künstler deshalb so selten Therapie weil ihr Werk, ihre Arbeit schon
ein Entwicklungsweg, eine Art Eigentherapie ist? "Gestaltung ist
Bewältigung" heißt ein bekannter Satz aus der Kunsttherapie.
Man muss das wohl in der Kunst genauso bejahen wie beim
Farbdialog!
Erfahrung 1: Kommen Menschen in aktuelle Krisen, in emotionale Überlastungszustände,
so reichen oft Gespräche, selbst stundenlange, mit Freunden, mit Therapeuten
etc. nicht aus, um die aktuelle, emotionelle Überlastung auszugleichen.
Es ist dann eine nahe liegende Möglichkeit, sich einen Block und Kreiden zu
greifen und zu malen, besonders in der Technik des FD, ein, zwei, mehrere Bilder.
Man kann spüren, wie die Energie auf das Blatt "gebannt" wird, wie
die Energie heftig in das Engagement beim Malen einfließt, wie hinterher der
Anblick der Bilder irgendwie befriedigend ist: ein Werk, das man geschaffen hat,
trotz allem und gerade jetzt. Und diese Möglichkeit steht einem jederzeit,
alleine, zu hause und mit einfachen Mitteln offen.
Gegebenenfalls kann ich eine Serie von Bildern schaffen in denen sich meine Krise
spiegelt, und auch meine Entwicklung in dieser Situation. Ich darf sagen: wie beim
richtigen Künstler.
Das Unbewusste ist immer kreativ, damit sind im Prinzip alle Menschen kreativ, je
nach dem, wie die Beziehung zum eigenen Unbewussten ist.
Für den Berater ist es natürlich eine ausgezeichnete Möglichkeit
einem Klienten in der Krise nicht nur über eine Horoskopberatung, sondern auch
noch über eine Begleitung mit dem
Farbdialog zur Seite zu stehen.
Und zwar indem einerseits der
Farbdialog empfohlen und vorgemacht wird, so
dass er dem Klienten zu hause zur Verfügung steht, und darüber hinaus
auch durch Impulse beim gemeinsames Malen.
Womit wir schon einen Schritt weiter wären.
Möglichkeit 2:
Schon der Name Farb-Dialog verweist darauf, dass eigentlich ein Gespräch zu
zweit gemeint ist. Dies entspricht auch den ersten Erfahrungen Brunos in Florenz,
wie oben geschildert. Die besonderen Möglichkeiten, das Kreative, liegt hier
nicht primär im Selbstausdruck, sondern eben im Dialog.
Die Weisheit und die Erfahrungen von zwei Unbewussten treffen im
Farbdialog
aufeinander, tauschen sich aus, bereichern sich, suchen gemeinsam nach
Möglichkeiten, Wegen, Lösungen. Der Dialog läuft auf archetypischer
Ebene, mit all den Bildern und Symbolen die dort zu hause sind. Es entsteht ein
gemeinsames Lernen und Suchen.
Am besten vielleicht vergleichbar mit einem gemeinsamen Brainstorming, bei dem sich
ebenfalls das Bewusstsein dem Unbewussten öffnet, ein gegenseitiger kreativer
Prozess gesucht wird, wobei gleich zwei mal die Instanz Bewusstsein und die Instanz
Unbewusstes involviert ist.
Für den Therapeuten/Berater/Begleiter ist es das Beste sich unverfälscht
und offen in den gemeinsamen Dialog einzulassen, auf den eigenen "Logos des
Unbewussten" (M. Fordham) zu vertrauen.
Erst nach dem ein gewisser Prozess abgelaufen ist, eine Serie von Bildern gemalt
ist, erweist sich eine Deutung als sinnvoll. Dann erst kann man im Überblick
sehen, welche Themen im Kern angesprochen waren, welche Lösungen ausprobiert
wurden etc. Hier ist oft der Deutungsdialog in der Gruppe, in der Supervision
besonders hilfreich. Anschließend kann so viel wie nötig oder
möglich mit dem Klienten geteilt werden.
Auf eine wichtige Parallele will ich hier verweisen. Manchmal kooperieren auch die
Unbewussten von Menschen über den Traum. Z.B. bei Paaren kommt es vor, dass
ein Partner einen wichtigen Traum hat, der etwa auch noch vom anderen Partner
handelt und der diesem sofort erzählt wird. Daraufhin träumt in einer der
folgenden Nächte der andere Partner eine Art Antwortraum.
Aus beiden Träumen lässt sich ein wichtiger bisher eher unbewusster
Konflikt verstehen. Hier haben die Unbewussten über die Traumebene eine
Kommunikation und eine Lösungssuche versucht.
Möglichkeit 3:
Den Gruppen
Farbdialog könnte man auch "Multilog" nennen
(Vorschlag von Bruno). Wie immer in einem Gruppenprozess, geht es nicht so sehr
darum, die Konflikte oder Entwicklungsschritte eines Einzelnen herauszuschälen,
sondern einen gemeinsamen Weg zu gehen, der jedem nützt, auf dem alle sich
entwickeln können, wobei aber natürlich die Anliegen aller einbezogen sind.
Ist z.B. ein Gruppenmitglied in einer besonderen Krise, so kann man beobachten, wie
dieses sich engagiert und ev. auch aufgeregt über das Blatt hermacht und malt
und malt...
Meist wird das von den Anderen sehr wohl gesehen, aber toleriert. Dann kann man
beobachten wie alle anderen Gruppenmitglieder der Reihe nach sich
"abarbeiten", am Blatt Stellung nehmen, Wege suchen.
Oft ist der Teilnehmer in der Krise schon nach einem Bild deutlich entspannter.
Nicht nur wegen der Wirkung des FD auf sein Unbewusstes, sondern auch weil es gut
tut in einer Gruppe zu erleben, wie sich alle ernsthaft bemühen, suchen etc.
Besonders fruchtbar ist der Gruppenfarbdialog, wenn ein längerer Gruppenprozess
laufen kann, also die Gruppe stabil zusammen bleibt, d.h. kein großer Wechsel
in der Gruppenzusammensetzung erfolgt. Dann geht die Gruppe ihren Weg der
Entwicklung, nützt die Potentiale aller Teilnehmer und hat auch Zeit die
zentralen Themen aller zu bearbeiten.
Hier liegt eine besondere Möglichkeit, wenn man eine Gruppe von Klienten
zusammenstellen kann, die längerfristig einen wirklichen Weg zusammen gehen
wollen, begleitet von einem Berater/Therapeuten, der natürlich mitmalt.
Dennoch sollten auch die Stimulierungen und Entlastungen nicht gering geschätzt
werden, die sich auch aus wenigen Gruppenfarbdialogen für das Unbewusste und
in der Folge für die ganze Person ergeben.
Kunsttherapie ist heute ein zunehmend beliebter werdender Bereich der Therapieszene.
Ihre Anerkennung und Bedeutung nimmt zu. Die kathartischen Wirkungen des
Sich-Ausdrückens, der Stolz auf eigene Schöpfungen (Patienten machen
tatsächlich gerne Ausstellungen mit ihren Werken und Kliniken bzw. Therapeuten
ziehen dabei mit) und die Deutungsmöglichkeiten therapeutischer Art erweisen
sich zunehmen als wertvolle Ergänzung zur normalen Psychotherapie.
Es gibt kaum noch eine psychosomatische Klinik, die nicht auch Kunsttherapie
anbietet (Hier tut sich auch ein neues Arbeitsfeld auf).
Bis heute aber steht als Grundverfahren im Vordergrund: Der Therapeut gibt dem
Patienten ein Thema, über das der Patient dann malt oder schreibt etc. Dr.
Hippius in Rütte (zusammen mit Prof. Dürkheim) praktizierte etwa das
"geführte Zeichnen". Dabei wurden dem Patienten verschiedene
archetypische Themen gestellt, z. B. sollte er eine Schale malen oder einen Kreis.
Die Ergebnisse wurden dann gedeutet. C.G. Jung hat schon früh das Zeichnen in
die Traumdeutung mit einbezogen: der Patient, der einen Traum erzählt hat
sucht sich eine für ihn besonders wichtige Szene aus und malt übe diese
ein Bild. Damit konkretisiert sich der Traum und die Deutungsmöglichkeiten.
Aber in allen diesen Fällen malt der Patient allein und der Therapeut deutet
anschließend.
Es war unbedingt revolutionär von Bruno Huber, dass er, damals sicherlich weit
und breit als Erster, im Dialog voll mitgemalt hat, von Anfang an sich auch am
Malen und in der unbewussten Kommunikation eingelassen und beteiligt hat. Nicht
nur im anschließenden Deuten, sondern bereits im gemeinsamen Gestalten und
Suchen am Blatt war er und sein Unbewusstes mit von der Partie. Also: statt den Patienten am Blatt alleine Suchen zu lassen, wird ein gemeinsamer Weg angestrebt, im ständigen Austausch von Anfang an.
Leicht einzusehen, dass damit die Hilfe für den Patienten sich steigert.
Es ist erstaunlich, dass sich dieses dialogische Verfahren und seine besonderen
Möglichkeiten in der Kunsttherapie noch kaum herumgesprochen haben.
Wir haben uns vorgenommen dies zu ändern. Dazu gehört natürlich dass
wir zuerst unser Verfahren dokumentieren und entsprechendes Material sammeln.
Seit März 2003 haben wir bei API mit der systematischen Ausbildung zum
Farbdialogtherapeuten bzw. zur Farbdialogtherapeutin begonnen.
Die Ausbildung ist auf drei Jahre ausgelegt. Pro Jahr sollen vier Wochenenden
stattfinden.
Erstes Ziel dabei ist, dass die Farbdialoggruppen möglichst die gesamte Zeit
zusammenbleiben, so das ein intensiver Prozess im Gruppenfarbdialog entstehen kann,
der dann eine Art Lehrtherapie darstellt.
Zweites Ziel ist die komplexe Symbolik von Farbe, Form und Raum
(Häusersystem am Blatt) im Farbdialog intensiv kennen zu lernen, so dass
schließlich auch hilfreiche Deutungen, mindestens für den
Farbdialogtherapeuten selber als Orientierungshilfe möglich werden.
Letztlich kann der Farbdialog zusätzlich fruchtbar werden, wenn er über
Deutungen auch ein Stück an das Bewusstsein herangeführt wird. Hier wird
die Hauptaufgabe unserer Ausbildung liegen.
Darüber hinaus sollen auch noch weitere kunsttherapeutische Verfahren, z.B.
andere Maltechniken vorgestellt werden.
Schlussendlich geht es uns um eine Einbettung und Anerkennung des Farbdialogs in
den Rahmen der Kunsttherapie.
Drittes Ziel ist die wichtigsten weiteren Symbolsysteme des Unbewussten
kennen- und handhaben zu lernen. Dazu gehören noch der Traum, die Märchen
und die Mythologie.
Diese Symbolsysteme sind von besonderer Wichtigkeit, wenn ein Mensch auf einem
längeren Lebensabschnitt begleitet, wenn Entwicklungen gefördert werden
sollen. Ein Traumbuch führen und sich mit Märchen und Mythen angeregt
auseinandersetzen, kann ein Klient auch allein bzw. er kann es alleine zu hause
fruchtbar weiterführen. Dies ist eine wichtige Alternative oder Ergänzung
zur stundenintensiven bzw. zeitaufwändigen Therapie.
Viertes Ziel ist schließlich eine gründliche Information in der
modernen Tiefenpsychologie (klinischen Psychologie), die im dritten und letzten Jahr
erfolgen soll.
Dazu gehört eine fundierte Kenntnis über die vier Grundmodelle: die
Triebpsychologie, die Ichpsychologie, die Objektbeziehungspsychologie und die
Selbstpsychologie. Aus jedem dieser Grundmodelle ergibt sich eine etwas andere Sicht
des menschlichen Konfliktes bzw. Entwicklungsprozesses. Darüber hinaus ist eine
gründliche Kenntnis der modernen Entwicklungspsychologie notwendig (besonders
der den drei Hauptplaneten zuzuordnen Phasen Symbiose, Separation und Triangulierung,
sowie der Pubertät und Adoleszenz und der Krise in der Lebensmitte).
Auch der Themenbereich Psychosomatik soll nicht zu kurz kommen. Denn über den
Körper und seine Krankheiten spricht besonders das Unbewusste und ist hier
besonders ansprechbar über den Farbdialog.
Auch intensive Schulung in der Beratungstechnik und im therapeutischen Umgang mit
dem Farbdialog sind vorgesehen.
Selbstverständlich werden alle Bereiche der Ausbildung auf das Horoskop
bezogen bzw. mit der Astrologie verknüpft.
Der Farbdialog und seine Symbolik beziehen sich ohnehin unmittelbar auf die
Astrologie. Aber auch die Traumdeutung und die Handhabung von Märchen
lässt sich mit dem Horoskop kombinieren. Und die wichtigsten Götter der
griechischen Mythologie entsprechen sowieso den Planeten.
Denn unser Hauptziel ist ja die Kombination von astrologischer Beratung und
Farbdialogtherapie. Am Anfang der angestrebten Arbeit steht immer die
astrologisch-psychologische Beratung. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen
Horoskop kann sich über mehrere oder viele Stunden erstrecken, in der Beratung
und auch in der Fortführung durch den Klienten zu hause.
Aber irgendwann ist der erste Erkenntnisgewinn aus dem Horoskop ausgeschöpft,
weitere Deutungen werden erst wieder fruchtbar, wenn eine Wandlung des Bewusstseins,
wenigstens ein Stück weit, stattgefunden hat. Und nun geht es um die Umsetzung,
die Anwendung, die Verwirklichung des Gehörten, Gelernten. Damit ist der Klient
heute eher noch allein.
Genau in diese Lücke passt nun die Unterstützung und Begleitung der
Lernprozesse über den Farbdialog (und ergänzende Symbolsysteme).
So wird eine Bewusstseinsentwicklung in Gang gesetzt, die später wieder zum
Horoskop zurückführt. Und nun sieht man plötzlich neue
Zusammenhänge im Horoskop, kann Deutungen tiefer verstehen und erntet einen
neuen Schub an Einsichten. Deren Verwirklichung wiederum kann durch den Farbdialog
unterstützt werden etc.
Der astrologisch-psychologische Berater soll nun durch eine fundierte Weiterbildung
in die Lage versetzt werden, hier weiter seinem Klienten hilfreich zur Seite stehen,
ihn begleiten zu können.
Vielleicht beginnt damit eine "unendliche Geschichte". Jene unendliche
Geschichte die wir Entwicklung, Evolution oder einfach Leben nennen.