Vom 7.–9. Oktober 2005 fand wiederum in Bonn der jährliche Kongress des
Deutschen Astrologen-Verbands DAV statt.
Das Tagungsthema lautete diesmal:
Astrologie und Familie. Mehr als 150 Astrologiebeflissene nahmen daran teil.
Als Delegierter von API-International war Reto Mettauer mit dabei.
Im folgenden Bericht hat er seine Eindrücke für uns zusammengefasst.
Die Fülle des Dargebotenen in Kürze wiederzugeben ist mir unmöglich. Somit
beschränke ich mich auf die mir wesentlich erscheinenden Schwerpunkte und picke
im Übrigen ein paar Rosinen aus meinen Notizen heraus.
Eingebettet ins Tagungsprogramm fand am Samstagnachmittag die Mitgliederversammlung
statt, die sich hauptsächlich mit Neuwahlen befasste. Zirka 100 Mitglieder waren
anwesend. Detlef Hover, seit 1996 Erster Vorsitzender des Verbands, trat zurück
und musste ersetzt werden und mit ihm zwei weitere Mitglieder des fünfköpfigen
Führungsgremiums.
Neuformierung des DAV-Vorstands:
Hovers Bericht über sein neunjähriges Wirken war ein sehr eindrücklicher
Leistungsausweis: Finanzielle Sanierung des Verbands, Aufbau der DAV-Geschäftsstelle
in Heidelberg, Satzungsarbeit, Ausbau der Sektionsarbeit, berufspolitische
Aktivitäten, Vernetzung der deutschsprachigen Astrologie-Organisationen,
Publikationen u.a.m. Ein Wermutstropfen in dieser Erfolgs-Story ist der Rückgang
der Mitgliederzahl in den letzten Jahren von etwa 1000 auf etwa 800, ein weiteres
Problem das kontinuierlich ansteigende Durchschnittsalter der Mitglieder.
Nach der Ehrung der Zurückgetretenen übernahm Ulrike Voltmer die Wahlleitung.
Es fand eine ganze Reihe Neuwahlen statt: Vorstand, Prüfungskommission, Beirat,
Ausbildungskommission, Kassenprüfer, Webmaster der DAV-Internetseiten, Chronist.
Alle Kandidierenden wurden mit Glanzresultaten in ihre Ämter gewählt. Der neue
Vorstand setzt sich nun wie folgt zusammen: Christoph Schubert-Weller
(1. Vorsitzender), Esther Potter (Stellvertretende Vorsitzende),
Monika Schanz (Schriftführerin), Dieter Ernst (Finanzen),
Daniela Christina Palermo (Organisation und Verwaltung).
Vortragsthemen und Referenten:
Freitagabend:
Dr. Christoph Schubert-Weller: Kindheit und Zukunft:
Das vierte und das zehnte Haus im Horoskop.
Lianella Livaldi-Laun: Familienverstrickungen im
Horoskop und deren Auswirkungen im Liebesleben.
Sibylle Koops: Sternengeflüster.
Samstagmorgen:
Dr. Peter Schlapp: Ein Versuch, den Wesensausdruck
einer Familie anhand von Mehrfach-Kombinen zu bestimmen.
Dr. Ulrike Voltmer: Familiäre
Änderungen – Ankunft und Abschied, Freud und Leid.
Sabine Bends & Christopher Weidner: Die inneren Eltern im Horoskop
entdecken – Viele Wege, ein Ziel.
Birgit Böhmig: Wieviel Körper, Geist und Seele wird vererbt?
Patientenbeispiele in ihren astrologischen und familiären Kontexten.
Samstagabend:
Beatrix Braukmüller: Eltern-Kind-Beziehungen richtig verstehen,
Verhaltensmuster bewusst machen, Verletzungen verarbeiten – ein Weg zu
Selbstfindung und innerer Freiheit.
Heidi Treier: Familienkonstellationen in einer
veränderten Gesellschaft – und was sagt das Radix dazu?
Dres. Erik van Slooten:
Die dominante Rolle der konversen Primärdirektionen von Quaoar und Sedna im
Elternbild von Adoptivkindern, insbesondere die Relevanz der Biquintile dieser
Direktionen zu Lilith und den Knoten.
Sonntagmorgen:
Gudrun Schellenbeck, Petra Dörfert, Kristine Trabant, Annegret
Becker-Baumann, Dr. Erik van Slooten: Kurzvorträge.
Anne Schneider:
Astrologische Muster und Strukturen in politischen Familiendynastien.
Klemens Ludwig: Unzertrennlich? Eltern-Kind-Beziehungen im Spiegel des Horoskops.
Gemeinsame Themen, Herausforderungen, Chancen.
Zusammenfassend möchte ich sagen: Es war eine bunte Palette von Themen,
aber auch im Hinblick auf die verwendeten astrologischen Methoden eine
multikulturelle Veranstaltung, etwa nach dem Motto: Wer vieles bringt,
wird manchem etwas bringen, und jeder geht zufrieden aus dem Haus.
Die Spezialität der API-Methode, im Familienmodell die Mutterrolle dem
Saturn zuzuordnen, wurde von Kristine Trabant in ihrem Kurzvortrag sehr schön
und einleuchtend dargestellt.
Für mich lag diesmal der absolute Höhepunkt des Kongresses im
kabarettistischen Beitrag von Erik van Slooten am Samstagabend. Es soll
Leute gegeben haben, die lange nicht gemerkt haben, dass sein Vortragstitel im
Programm (siehe oben) humoristisch gemeint war. Es war eine herzerfrischende und
zugleich geistreiche Komödie. Die Lachmuskeln kamen voll auf ihre Rechnung.
Anschliessend vergnügten sich noch viele im Römerkeller, manche bis
spät in der Nacht.
Zum Schluss die herausgepickten Rosinen:
In der Liebe wird der Raum aufgehoben (Begegnungsachse 1/7), die Zeit wird überwunden durch die Liebe mit sich selbst (Entwicklungsachse 4/10).
Zwölf Blüten muss die Wurzel treiben.
Saturn am MC im Familienkombin: Ihr organisiert eure Familie wie eine Firma.
Ich habe in meiner Praxis noch nie ein grösseres körperliches Symptom verschwinden sehen ohne dass sich nicht gleichzeitig ein geistiges oder seelisches Tor geöffnet hätte.
Indische Auffassung: Niemand kann einen spirituellen Weg gehen, ohne dass er lernt Vater und Mutter zu lieben.
Wenn du schon unkonventionell leben willst, dann mach was Ordentliches daraus!
Es gibt keine allgemeinen Normen, nur individuelle Fälle. Eltern-Kind-Beziehungen haben gemeinsame Themen. Es kann alles sein.
Die beste Zeit sich abzunabeln ist der Zeitpunkt der Geburt.
Reto Mettauer